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Desinfektionsmittel zuhause? Wieviel Hygiene fürs Kind?

Aus dem Augenwinkel beobachten Sie Ihren kleinen Wonneproppen beim Spielen mit Bauklötzen am Boden und offenbar dürften die großen, bunten Steine auch ganz schmackhaft sein… Aber haben Sie das Spielzeug eigentlich jemals gesäubert? Sollten Sie sich womöglich auch vor jedem Wickeln die Hände desinfizieren? Und der Schnuller erst – auskochen, bloß abspülen oder einfach wieder in den Mund? – Im ersten Lebensjahr sind Kinder für Viren, Bakterien und Parasiten noch sehr anfällig. Diese können Magen- und Darmverstimmungen zur Folge haben. Andererseits haben wir doch gelernt, dass „ein bisschen Dreck nicht schadet“. Wieviel Hygienemaßnahmen sind nun sinnvoll?

Flaschennahrung stets frisch zubereiten und verfüttern

Tatsächlich sollten Fläschchen nach jedem Füttern gründlich gereinigt, Sauger und Schraubgewinde ausgekocht werden. Aufgewärmte Milch kühlt nämlich langsam ab, erreicht schließlich eine für Bakterien und Keime ideale Temperatur, was zur Folge hat, dass jene sich rasant vermehren. Aus diesem Grund sollte Flaschennahrung stets frisch zubereitet und gleich verfüttert werden. Bereits einmal aufgewärmte Reste eigenen sich nicht mehr fürs Fläschchen. Außerdem sollten Sie nie selbst aus der Flasche trinken, denn so könnten Kariesbakterien übertragen werden, selbst wenn das Baby noch keine Zähne hat.

Totale Keimfreiheit ist übertrieben und kaum möglich

Nach ein paar Monaten beginnt die „orale Phase“, wie Freud sie nannte. Ob es sich um die erste Äußerung kindlicher Sexualität handelt, wie der Erfinder der Psychoanalyse sich das dachte, sei dahingestellt. Jedenfalls erkunden Babys ihre Umwelt jetzt am liebsten mit dem Mund, lutschen an Fingern, Spielzeug, Kleidung und werden so an alltägliche Haushaltskeime gewöhnt. Zusätzlich dazu entwickelt das Kind Hand-Auge-Koordination, Feinmotorik und Beweglichkeit von Zunge, Lippen und Kiefer. Totale Keimfreiheit ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nötig bzw. sowieso fast unmöglich zu erhalten.

Die Hände vor jedem Mal Wickeln oder Stillen zu desinfizieren, fällt unter übertriebene Hygiene, die dem Kind womöglich eher schadet als nützt. So kann die Wahrscheinlichkeit eine Allergie zu entwickeln steigen, wohingegen ein bisschen Schmutz das Immunsystem der Kinder fordert und stärkt.

Händewaschen nicht vergessen!

Natürlich sollten gewisse Hygienestandards eingehalten werden und etwa der Schnuller, wenn er auf den Boden gefallen ist, nicht sofort zurück in den Mund gesteckt werden. Zumindest sollten Sie ihn mit Wasser abwaschen, sofern Sie unterwegs sind und kein kochendes verfügbar ist. Den Schnuller einmal am Tag "abzukochen" und ihn auf diese Art zu desinfizieren, kann prinzipiell nicht schaden. Die wichtigste Hygienemaßnahme überhaupt lautet aber schlichtweg: Händewaschen!

Das Immunsystem lernt ständig dazu

Um zu lernen, Viren und Keime abzuwehren, braucht das Immunsystem von Kindern Zeit und maßvolle Konfrontation mit verschiedenen Eindringlingen. Der Körper muss in der Lage sein, potenzielle Krankheitserreger von harmlosen Bakterien zu unterscheiden. Darum sollten Kleinkinder möglichst viele Viren, Keime und Bakterien kennenlernen – auch durch entsprechende Impfungen.  Und Eltern können beruhigt sein, so es doch völlig normal ist, dass Kinder in den ersten Lebensjahren sich immer wieder Erkältungen einfangen. Fürsorge, frische Luft, Tageslicht, gesunde Ernährung und ein bisschen Schmutz – so tun Sie Ihren Kindern etwas Gutes.

 
Foto: Shutterstock/seirceil

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