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Warum Kinder kriegen?

Wenn Kinder zu Kostenfaktoren werden, Menschlichkeit und Moral im gesellschaftlichen Morast versinken und wahre Wertigkeiten an Bedeutung verlieren, dann wird es höchste Zeit, darüber nachzudenken, was in unserer Gesellschaft schiefläuft. In fast allen europäischen Ländern ist die Geburtenrate rückläufig. Teils so dramatisch, dass die Überalterung der Bevölkerung wie ein Schreckgespenst durch die Medien geistert. Kinder zu bekommen wird, nicht nur in Zeiten der weltweiten Finanzkrise, scheinbar zum Luxus. Immer weniger Menschen sind dazu bereit, ihren Job für eine gewisse Zeitspanne aufzugeben und für die Betreuung des Nachwuchses nicht nur viel Geld sondern auch Geduld aufzubringen. Dabei sind Kinder der wertvollste Schatz, den wir haben, und bereichern unser Leben auf einmalige Art und Weise. Was gibt es Schöneres für ein liebendes Paar, als gemeinsam Schwangerschaft, Geburt und Heranwachsen des Nachwuchses zu erleben. Nie wieder werden wir so tief greifend mit unserem eigenen Leben konfrontiert und haben die Möglichkeit, von unverdorbenen Quellen der Weisheit zu lernen, wie in dieser Zeit. Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie sich die kindliche Welt von der Unsrigen unterscheidet? Wie angepasst wir eigentlich sind? Und was wir von unseren Töchtern und Söhnen lernen können? Hier ein paar Gedanken zur Vielfältigkeit unserer lieben Kleinen.

GROSSE KÜNSTLER:
Kinder haben eine andere, intensivere Wahrnehmung. Was sie denken und fühlen, bringen sie zu Papier. Unbeeinflusst und echt. Alle Formen und  Farbvariationen sind erlaubt. Wir greifen lieber nicht zum Zeichenstift, das Ergebnis wäre uns peinlich.

GUTE FREUNDE:
Kontaktschwierigkeiten? Nicht bei Kindern. Ein paar Worte, gemeinsam Lachen und schon folgt die Frage „Willst du mein Freund werden?“ Wir haben gelernt, niemandem zu vertrauen. Schon gar nicht flüchtigen Bekanntschaften.

FRÖHLICHE LEBENSGENIESSER:
Kinder führen ein leidenschaftliches Leben. Sie kreischen und toben, lachen und weinen – Mittelmaß ist ihnen fremd. Wir wollen möglichst nicht auffallen, haben uns angepasst.

KLEINE PHILOSOPHEN:
„Mama, warum scheint eigentlich die Sonne, obwohl ich traurig bin?” Kinder hinterfragen die Welt und das Leben, wollen am liebsten alles wissen. Wir haben uns damit abgefunden, dass es auf gewisse Fragen keine Antwort gibt.

TOLLE SCHAUSPIELER:
Ob Hund, Nachbars Katze, ein Pferd oder die Wolken am Himmel – Kinder können jederzeit in Rollen schlüpfen und spielen sie mit Begeisterung und Detailverliebtheit. Wir spielen uns höchstens selbst etwas vor.

GENIALE GRENZGÄNGER:
Sie kreischen in der Kirche, weil es besonders schön hallt. Und stellen dem Pfarrer ungeniert die Frage: „Muss der liebe Gott auch aufs Klo?“ Kinder kennen keine Grenzen, der Unterschied zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre ist ihnen noch unbekannt. Wir haben uns angepasst und verhalten uns so langweilig, wie man es von uns erwartet.

WILDE WORTAKROBATEN:
Not macht erfinderisch – Kinder schaffen eigene Wortkreationen, wenn ihnen ein Begriff oder eine Bezeichnung nicht einfällt. Ihr Sprachschatz wird dadurch bereichert und kunterbunt. Wir halten uns an die neue Rechtschreibung und den Duden.

WAHRHAFTIGE HELDEN:
„Oma, du bist aber dick.“ Kinder sprechen aus, was sie denken, und bringen uns damit manchmal in Verlegenheit. Ohne bösartige Hintergedanken. Wir haben gelernt, dass man nicht immer die Wahrheit sagen soll.