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Glück alleine macht gar keinen Sinn

In unserer Kultur hält sich der Mythos, die Suche nach dem Sinn des Lebens sei etwas Esoterisches — man müsse sich in ein entlegenes Kloster begeben oder in staubigen Wälzern blättern, um hinter das große Geheimnis des Lebens zu kommen. Aber das stimmt nicht. Überall gibt es Quellen des Sinns, die nur darauf warten, ausgeschöpft zu werden — hier und jetzt, ist Psychologin Emily Esfahani Smith überzeugt.

Obwohl unsere Kultur so besessen vom Glück ist, sind die Menschen verzweifelter als je zuvor. Die Selbstmordraten sind so hoch wie seit dreißig Jahren nicht mehr, die Anzahl der Depressionskranken steigt seit Jahrzehnten stetig an. Diese wachsende Verzweiflung ist sehr häufig auf eine Sinnkrise zurückzuführen. Seelische und geistige Gesundheit erreichen wir nur, wenn wir davon überzeugt sind, dass unser Leben von Bedeutung ist. Wir müssen irgendwie spüren, dass wir mit etwas Größerem verbunden sind — damit wir das Gefühl bekommen, dass unser Leben einen Sinn und einen Zweck hat.

Die vier Säulen eines erfüllten Lebens

Was aber ist wahres Glück? Was macht ein sinnerfülltes Leben wirklich aus? Das wollte die amerikanische Psychologin Emily Esfahani Smith herausfinden. Deswegen hat sie alte und neue sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zu diesem Thema durchforstet. Mit Denkern und Schriftstellern befasst — darunter Aristoteles, Virginia Woolf, Viktor Frankl, Buddha — und mit den unterschiedlichsten Menschen über ihre Suche nach einem Sinn und den Ursprung dieses Sinns gesprochen — von einem ehemaligen Drogendealer über eine Zoobetreiberin bis hin zu einem Astronauten.  Dabei kristallisierten sich heraus: Wir jagen dem falschen Ziel hinterher. Nicht Glück macht das Leben lebenswert, sondern ein tieferer Sinn. Ein Sinn, der auf den vier Säulen - Zugehörigkeit, Bestimmung, Geschichten und Erfahrung eines größeren Ganzen - basiert:

Sich zugehörig fühlen: Wir müssen uns verstanden, anerkannt und geschätzt fühlen — also das Gefühl haben, anderen etwas zu bedeuten. 

Die eigene Bestimmung finden: Unsere Bestimmung motiviert unser Verhalten und ermöglicht uns, die Welt mitzugestalten. 

Die Welt durch Geschichten verstehen: Wir alle erzählen Geschichten aufgrund unserer Erfahrungen, die uns ermöglichen, Identität zu finden und unser Leben als zusammenhängendes Ereignis zu begreifen. 

Sich als Teil eines größeren Ganzen erfahren: Die Erfahrung eines großen Ganzen gibt uns das Gefühl, über den Alltag hinauszuwachsen und einen tieferen Sinn zu erleben. 

Ein sinnerfülltes Leben ist gesunder, glücklicher, empathischer, stressresistenter

Wer spürt, dass das eigene Leben einen Sinn hat, beeinflusst damit auch andere Lebensbereiche. Die Säulen des Sinns können bei der Bewältigung von Traumata wie Missbrauch oder Inhaftierung helfen. Aber auch bei alltäglichen stressigen Situationen wie ein Umzug in eine neue Stadt, die Suche nach einem Job oder die Erledigung einer wichtigen Aufgabe für Beruf oder Schule. Manche Menschen kommen mit diesen Stressquellen besser zurecht als andere – und auch hier spielt der Sinn eine wichtige Rolle. Denn Menschen mit einem sinnerfüllten Leben haben eine bessere Herzgesundheit, leiden seltener unter kognitiven Störungen und können Rückschläge besser verkraften. Im Beruf sind sie engagierter und produktiver, in der Schule bekommen sie bessere Noten und sind einfühlsamer. Und ein Mensch, der ein sinnerfülltes Leben führt, hat häufiger einen positiven Einfluss auf seine Mitmenschen. Glücklichsein istalso nicht das Wichtigste im Leben. Die Suche nach einem Sinn führt zu einem guten Leben.

Foto: Shutterstock

 

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