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Impfwoche: WHO promotet Impfung als Vorsorge

Impfungen sind ein wesentlicher Faktor zur nachhaltigen Verbesserung der weltweiten Gesundheitssituation. Daher sind Aufklärungsmaßnahmen in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Im April werden sie wieder in den Fokus gerückt, zum Beispiel in Form einer ganzen Woche, die ausschließlich diesem Thema gewidmet ist: Die World Immunization Week. Im Rahmen der European Immunization Week von 23. bis 29. April werden noch einmal europaspezifische Akzente gesetzt. Heuriges Motto: Vorbeugen – Schützen – Impfen. Das Ziel: Die Erhöhung der Durchimpfungsraten. Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) schließt sich diesem Ziel an und stellt eine Reihe von Maßnahmen vor, die helfen sollen, es zu erreichen.

Tausende vermeidbare Todesfälle in Österreich jedes Jahr

„Die Bedeutung von Impfungen für die Gesundheit der Bevölkerung kann gar nicht genug betont werden“, sagt Mag.a rer. nat. Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des ÖVIH. „Wären alle Österreicher entsprechend der Empfehlungen des Österreichischen Impfplanes geimpft, könnten jährlich tausende Todesfälle verhindert werden“, so die Expertin weiter. Weltweit retten Impfungen jährlich zwei bis drei Millionen Menschen das Leben. Aktuell steht die weltweite Durchimpfungsrate bei 86 Prozent. Verbesserungen gegenüber dem letzten Jahr gab es nicht. Gleichzeitig nehmen neue und seltene Virusarten zu. In Österreich konnten schwere Erkrankungen wie Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung (Polio) durch Impfungen bereits zurückgedrängt werden. Krankheiten wie Influenza, Gebärmutterhalskrebs und Meningitis fordern aufgrund der niedrigen Durchimpfungsraten aber auch hier nach wie vor ihren Tribut.

Nicht nur Kinder müssen geimpft werden

„Ein häufiger Irrtum ist, dass Impfungen nur für Kinder wichtig sind“, betont Mag.a Sigrid Haslinger Vize-Präsidentin des ÖVIH. „Doch Impfungen sollten uns ein ganzes Leben lang begleiten, denn in der Kindheit wird nur der Grundstein gelegt. Die Influenza-Impfung muss zum Beispiel jährlich durchgeführt werden und gerade ältere Menschen sind sehr gefährdet, als Folge der Influenza eine schwere Lungenentzündung zu bekommen. Andere – wie zum Beispiel jene gegen das FSME-Virus – müssen regelmäßig aufgefrischt werden, damit der Schutz aufrechterhalten werden kann. Und wieder andere, die heute bei Kindern geimpft werden, wie die Impfung gegen HPV (Humanes Papilloma Virus), gab es vor einigen Jahren noch nicht. Daher sollten nun auch Erwachsene nach-geimpft werden. Leider sind all diese Fakten in der Bevölkerung viel zu wenig bekannt.“

Mehr Bewusstseinsbildung durch die öffentliche Hand

„Während in anderen europäischen Ländern Impfkampagnen breit von der öffentlichen Hand finanziert und durchgeführt werden gibt es in Österreich nur das Gratis-Kinderimpfkonzept. Eine Finanzierung von Impfungen für Erwachsene gibt es kaum“, so Mag. Bernhard Prager, Generalsekretär des ÖVIH. „Dabei wäre eine Steigerung der Durchimpfungsraten im Interesse aller, gerade bei Impfungen wie der Influenza, bei der die Durchimpfungsraten im niedrigen einstelligen Bereich sind. Weniger Menschen würden krank, es gäbe weniger Arztbesuche und Spitalsaufenthalte und die Kosten für das Gesundheitssystem könnten gesenkt sowie die Einnahmen des Staates erhöht werden.“ Das beweist beispielsweise eine Fallstudie aus den Niederlanden, die die finanziellen Auswirkungen eines Impfprogrammes (Influenza, Pneumokokken, Keuchhusten, Herpes Zoster, Diphtherie, Tetanus) für Erwachsene über 50 Jahre analysiert hat. Neben dem menschlichen Leid, das verhindert werden konnte, zeigt die Studie, dass jeder in die Erwachsenenimpfung investierte Euro der Regierung sogar vier Euro an Einnahmen brachte.

Elektronischer Impfpass

„Ganz wichtig wäre der immer wieder – auch politisch - diskutierte elektronische Impfpass beziehungsweise die Aufnahme der Impfungen in die elektronische Krankheitsakte“, Prager. „In Österreich werden die durchgeführten Impfungen viel zu wenig erfasst, wir brauchen eine einheitliche Datenlage. Die Durchimpfungsrate bei der Influenza-Impfung wird beispielsweise nur anhand der verkauften Dosen der Impfhersteller geschätzt.“ „Wir hoffen, dass die Regierung ihre Ankündigungen wahr macht und diesen elektronischen Impfpass so rasch wie möglich umsetzt“, ergänzt Haslinger.

Niederschwelliger Zugang

Anders als in Österreich dürfen in manchen Schweizer Kantonen auch die Apotheker impfen, sofern sie eine entsprechende Bewilligung haben. Ein Zugang, den auch Länder wie England oder Irland bereits gewählt haben. In Irland wurden dadurch beispielsweise viele ältere Patienten gegen Influenza geimpft, die diese Impfung vorher noch nie in Anspruch genommen hatten. „Ziel muss es sein, dass die Bevölkerung möglichst leicht und ohne großen Aufwand an die Impfungen kommt. Neben Impfungen in der Apotheke kommen auch verbesserte Impfmöglichkeiten am Arbeitsplatz oder in Gemeinden in Frage“, so Präsidentin Gallo-Daniel.

Ratsvorsitz nützen

Auf europäischer Ebene gibt es mittlerweile eine Reihe von Initiativen, um die Durchimpfungsraten zu erhöhen, darunter auch die sogenannte Joint Action on Vaccination. Viele Länder in der EU haben dieses Positionspapier unterzeichnet. Österreich leider nicht. Aus ÖVIH-Sicht wäre hier auch eine aktive österreichische Teilnahme erforderlich. „Außerdem bietet der anstehende EU-Ratsvorsitz eine gute Möglichkeit, Gesundheits- und vor allem Impfthemen auf europäischer Ebene voranzutreiben“, betont man beim ÖVIH, „denn Krankheiten machen vor Landesgrenzen nicht halt. Je mehr hier auf europäischer Ebene passiert, desto besser ist die gesamte EU-Bevölkerung geschützt.“ 

Foto/Quelle: Shutterstock/ Evgeny Atamanenko 

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