christbaum

Stille Nacht, feurige Nacht

Das sorgt für stimmungsvolle Momente – und leider viel zu oft auch für ausgebrannte Zimmer.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, und dann steht  manchmal die Feuerwehr statt dem Christkind vor der Tür. In den Wochen vor und nach Weihnachten hat der Feuerteufel Hochsaison, alleine im Zeitraum zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Jänner ereignen sich in den österreichischen Haushalten durchschnittlich 500 Brände. Vergleicht man diese Zahlen mit dem Rest des Jahres, in dem im Schnitt in zwei Wochen in privaten Haushalten weniger als 80 Brände stattfinden, so zeigt sich: Die Wahrscheinlichkeit für einen Wohnungsbrand ist in der Weihnachtszeit etwa sechs Mal höher als im Jahresschnitt!

Keine schöne Bescherung
Ausgebrannte Zimmer, zerstörte Möbel, geschockte Familien – wenn Adventkranz oder Christbaum Feuer fangen, können die Flammen schnell auf Vorhänge oder Tischtücher übergreifen und sich dann an die Beschädigung oder Vernichtung von Einrichtungsgegenständen oder des ganzen Wohnbereichs machen. Statt Feiertagsstimmung ist dann meist großes Jammern angesagt, Familien sind übrigens besonders häufig betroffen. Zu den Auslösern der Brände gehören nämlich oft auch Kinder: Flammen üben eine große Anziehungskraft auf die Kleinen aus, das Spiel mit dem Feuer kann aber fatale Folgen haben: Jedes Jahr werden in der Advents- und Weihnachtszeit etwa 60 Kinder durch brennende Kerzen verletzt. Experten empfehlen deshalb, Kindern die Gefahren des Feuers wiederholt zu erklären und immer wieder sicherzugehen, dass die Kleinen verstanden haben und auch wirklich Distanz zu Kerzen & Co halten. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch auf elektrische Christbaum-Beleuchtung umsteigen.

Wenn der Baum zur Fackel wird
Ein trockener Christbaum kann innerhalb von 20 Sekunden im Vollbrand stehen. Bereits nach 90 Sekunden ist vom Baum nicht mehr viel übrig - dafür aber brennt das Zimmer lichterloh. Ein Grund für die extrem hohe Brennbarkeit der Christbäume ist, dass Nadelbäume eine große Oberfläche besitzen und dadurch in beheizten Räumen besonders schnell austrocknen. Ein durchschnittlicher Weihnachtsbaum mit etwa zwei Metern Höhe hat bis zu 400.000 Nadeln – jede einzelne von ihnen kann extrem schnell Feuer fangen. Hauptbestandteile einer Nadel sind Zellulose, ätherische Öle und Wasser. Die meisten Christbäume werden schon mehrere Wochen vor dem Heiligen Abend gefällt. In Folge warten sie dann oft bei unsachgemäßer Lagerung auf ihre Käufer, die ihnen dann oft viel zu wenig Wasser geben. Nach einigen Tagen im gut beheizten Wohnzimmer haben dann sehr viele Christbäume kaum noch Wasser in den Nadeln und Zweigen. Übrig bleiben die in den Nadeln enthaltenen ätherischen Öle und das Harz – sehr leicht entflammbare Stoffe.

Sicherheitsregeln für feuerfreie Festtage
Zu den brandgefährlichsten Accessoires am Heiligen Abend gehören übrigens auch die beliebten Sternspritzer beziehungsweise „Wunderkerzen“. Tipp: Verzichten Sie auf derartige pyrotechnische Spezialeffekte, die relativ leicht außer Kontrolle geraten und verheerenden Schaden anrichten können.  Der Grund ist die extrem starke Hitze, die sie entwickeln:  Die Temperaturen von brennenden Wachskerzen betragen rund 750 Grad Celsius. In einem Abstand von zehn Zentimeter sind es immer noch 350 Grad Celsius. Sternspritzer, Wunderkerzen und Sprühkerze entwickeln aber sogar Temperaturen um immerhin 1000 Grad Celsius. Dabei können ausgetrocknete Christbäume und Christbaumschmuck sehr leicht in Brand geraten, weil deren Zündpunkt bei 300 Grad Celsius und darunter liegt.“ Durch das vorhandene Gefahrenpotential braucht man sich die Freude an der Advents- und Weihnachtszeit übrigens nicht vermiesen zu lassen. Wer einige grundlegende Regeln beachtet, kann nämlich in der Regel feuerfreie Feiertage genießen. So wie es die überwiegende Mehrheit der Österreicher alle Jahre wieder auch macht.



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