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Nicht nur stille Wasser sind tief: Badeunfälle mit Kindern

Jedes Jahr hört man von traurigen Fällen, in denen das kühle Nass Kindern zum Verhängnis wurde. Leider ist Ertrinken in Österreich die zweithäufigste Todesursache im Kindesalter nach Verkehrsunfällen. Vor allem für Kinder unter fünf Jahren besteht die Gefahr, selbst in sehr seichtem Wasser zu ertrinken und Schwimmflügel geben zwar ein Gefühl der Sicherheit, ersetzen aber nicht die notwendige Wachsamkeit von Erwachsenen – selbst wenn die Kleinen schon schwimmen können.

„Totstellreflex“ bei Kleinkindern

Dramatische Badeunfälle ereignen sich meist im eigenen Garten, in Biotop oder Swimmingpool in Hör- und Sichtweite von Erwachsenen. Datenauswertungen haben gezeigt, dass sich bei rund 90 Prozent der Badeunfälle eine Aufsichtsperson weniger als zehn Meter entfernt aufhält. Kurze Unaufmerksamkeit oder eine falsche Einschätzung der Gefahr können schlimme Folgen haben – vor allem für Kinder im Alter unter fünf Jahren, wie Statistiken zeigen. Auch unverschlossene Regentonnen und seichte Teiche sind potenzielle Gefahrenquellen. Kleinkinder bis zu drei Jahren können ihren Kopf nämlich nicht aus dem Wasser heben, selbst wenn die Wassertiefe nur wenige Zentimeter beträgt. Sobald das Gesicht unter Wasser ist, erstarren sie. Die Gründe für diesen Totstellreflex sind ungeklärt.

Jede Sekunde zählt

„In der Nähe von Gewässern sollten Kleinkinder nie unbeaufsichtigt und höchstens drei Schritte von erwachsenen Begleitpersonen entfernt sein“, warnt Elisabeth Zwingraf, Leiterin der Landesschulung beim Samariterbund Wien: „Aber auch ältere Kinder, die bereits schwimmen können, sollten immer im Blickfeld von Erwachsenen bleiben.“ Bei einem Ertrinkungsunfall mit einem Kind zählt jede Sekunde. Im Unterschied zu Erwachsenen verhalten sie sich beim Ertrinken bewegungs- und lautlos. „Schnelles und richtiges Handeln können einen Herzstillstand verhindern und dadurch die Überlebenschance nach einem Badeunfall massiv erhöhen", so die Expertin.

Richtig reagieren: Reanimation bei Kindern

Bemerken sie ein Kind reglos im Wasser, müssen Sie es sofort herausholen, laut ansprechen und berühren. Zeigt es keine Reaktion, so machen Sie lautstark auf sich aufmerksam, damit andere Personen die Notsituation erkennen und die Rettung alarmieren. Überstrecken Sie den Kopf bei Kindern in Richtung Nacken, bei Säuglingen bringen Sie den Kopf in eine Neutralposition und kontrollieren Sie nun die Atmung. Sofern Sie innerhalb von zehn Sekunden feststellen, dass das Kind zwei bis drei Mal atmet, so bringen Sie es in die stabile Seitenlage und decken es zu, um einer Unterkühlung vorzubeugen. Die Atmung muss überprüft werden, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Können Sie keine Atmung feststellen, so beatmen Sie das Kind fünf Mal (Initialbeatmungen), denn allein dadurch kann die Atmung bei Kindern häufig wieder angeregt werden. Bleibt diese weiter aus, so müssen sie mit der Reanimation beginnen, welche bei Kindern ein bisschen abweicht von den Maßnahmen, die man bei Erwachsenen setzt, insofern Kinder einen höheren Sauerstoffbedarf haben. Führen Sie 15 Herzdruckmassagen durch, danach beatmen Sie zwei Mal. Setzen Sie die Wiederbelebungsmaßnahmen so lange fort, bis die Rettung eintrifft oder es deutliche Lebenszeichen zeigt.

Die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Ertrinkungsunfall mit Kindern werden in diesem Kurzfilm des Samariterbundes gezeigt. Die Landesschulung Wien des Samariterbundes bietet außerdem Kurse „Notfälle im Kindesalter“ an. Nähere Informationen zu Terminen und Kosten finden Sie hier


Foto: Shutterstock/Dmitry9131

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