obs20150825obs0012

Schulbeginn: Tempo 30 vor Schulen

Der Schulanfang steht kurz bevor - für viele Kinder beginnt, wenn sie das erste Mal in die Schule gehen, ein neuer, aufregender Lebensabschnitt. Mit dem Start der Schule steigt aber auch wieder das Risiko am Schulweg zu verunfallen. Jahr für Jahr verunglücken auf Österreichs Straßen rund 4.400 Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren, rund 500 davon auf dem Schulweg. Doch wo liegen die Gründe für die hohe Zahl an Kinderunfällen am Schulweg? Wie können Unfälle in Zukunft reduziert werden? Welche Möglichkeiten zur Entschärfung von Gefahrenstellen im Schulumfeld gibt es und sind Tempolimits eine sinnvolle Maßnahme, um folgenschwere Unfälle zu verhindern?

Mit September beginnt für viele Kinder nicht nur (wieder) das Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, sondern auch das selbstständige Bewegen im Straßenverkehr. Vor allem viele Erstklässler sind am Schulweg das erste Mal alleine auf der Straße unterwegs. Damit steigt auch die Unfallgefahr: Von den jährlich rund 4.400 verletzten Kindern (6-15 Jahre) im Straßenverkehr werden mehr als 500 Kinder - das entspricht mehr als 22 Schulklassen - bei Verkehrsunfällen am Schulweg verletzt. "Dass so viele Kinder am Schulweg verunfallen liegt u.a. daran, dass Kinder im Straßenverkehr in ihrer Erfahrung und ihrem Verhalten oft überschätzt werden. Aufgrund ihrer Entwicklung erleben sie die Umwelt völlig anders als Erwachsene. Sie sehen, hören, denken, fühlen und bewegen sich anders. Sie sind impulsiv und brauchen daher den besonderen Schutz der anderen Verkehrsteilnehmer. Das ist auch der Grund, weshalb Kinder aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind. Darüber hinaus sind viele Autofahrer schneller unterwegs als erlaubt, und Geschwindigkeitsbegrenzungen werden nach wie vor nicht eingehalten", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Wie sinnvoll ist Tempo 30 vor Schulen?

Viele Fahrzeug-Lenker unterschätzen den Anhalteweg und überschreiten vorgeschriebene Geschwindigkeits-Limits. Österreichweite Messungen des KFV haben ergeben, dass in Tempo-30-Zonen 74 Prozent der Lenker die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreiten. Bei Tempo 50 sind es 48 Prozent. Keine Bagatelle, denn mit jedem zusätzlichen km/h verlängert sich der Anhalteweg und die Aufprallgeschwindigkeit steigt. Eine Kollision zwischen Pkw und Fußgänger bei 50 km/h endet für mehr als 70 Prozent der Fußgänger tödlich.

Kinder sind bei der Kollision mit einem Auto völlig schutzlos. Bereits bei einem Aufprall mit 30 km/h stirbt einer von 10 Fußgängern. Ein Unfall bei 60 km/h endet so gut wie immer tödlich. "Die Reduktion der Geschwindigkeit der Autofahrer im Schulumfeld auf 30 km/h ist daher im wahrsten Sinne des Wortes für Kinder lebensrettend. Je geringer die Geschwindigkeit desto höher ist die Chance, dass das Kind bei einem Unfall "nur" verletzt wird und nicht sofort an den Folgend des Aufpralles stirbt", so Thann.

Knapp 300 Schulen beteiligen sich am neuen KFV-Verkehrssicherheitsprojekt

Im März diesen Jahres startete das KFV mit einem neuen Verkehrssicherheitsprojekt, welches neben baulichen und gestalterischen Elementen "Tempo 30 vor Schulen" empfiehlt. Das Interesse an der Aktion ist enorm: Bereits rund 300 Schulen haben sich und ihre Gemeinde für die Umgestaltung des Schulumfeldes durch das KFV angemeldet. 
Neben der Anbringung von seitlichen Bodenmarkierungen - so genannten Haifischzähnen - die die Autofahrer anregen sollen, langsamer und achtsamer zu fahren, sorgen von Kindern selber gestaltete Schilder für die notwendige Aufmerksamkeit bei den Autofahrern.

"Jede Aktionstafel wird mit wechselnden, wetterfesten Motiven ausgestattet, so können die Motive regelmäßig getauscht werden. Alle Bilder stammen dabei von Schulkindern der teilnehmenden Schulen. Was die Kinder malen, steht ihnen natürlich frei, die Materialien stellt das KFV zur Verfügung. Als besonderes Highlight besucht auch Verkehrssicherheitsexperte Helmi alle teilnehmenden Schulen und informiert über das richtige Verhalten im Schulumfeld. Interessierte Gemeinden, Behörden und Schulen können sich für nähere Informationen direkt an das KFV wenden, das ein umfangreiches Startpaket mit allen wichtigen Informationen, Unterlagen und Materialien zur Verfügung stellt" erklärt DI Peter Felber vom KFV abschließend.

Tipps für den sicheren Schulweg
  • Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste.
  • Investieren Sie genügend Zeit in die Auswahl des sichersten Schulweges - vor allem bei Überquerungsstellen.
  • Suchen Sie einen möglichst sicheren Übergang - selbst wenn ein Umweg nötig ist.
  • Ideal sind Überwege mit Ampelregelung, Mittelinsel sowie Sicherung durch Exekutive oder Schülerlotsen.
  • Das Queren an unübersichtlichen Stellen, wie z.B. zwischen parkenden Fahrzeugen oder Sträuchern, vor Kurven oder Kuppen, sollte vermieden werden.
  • Ab wann Sie Ihr Kind alleine gehen lassen, hängt vom Verhalten Ihres Kindes und dem Schwierigkeitsgrad des Schulweges an.
Sicherheitstipps speziell für Schulkinder
  • Besondere Vorsicht bei Querungen: Autolenker halten sich nicht immer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.
  • Unbedingt Zebrastreifen zur Querung von Straßen nutzen. Vor der Querung: Nach beiden Seiten schauen und erst losgehen, wenn die Fahrbahn frei ist oder alle Autofahrer angehalten haben.
  • Zebrastreifen zügig queren, nicht laufen - Sturzgefahr!
  • Bei der Bushaltestelle immer ausreichend Abstand zum ankommenden Bus halten. Warten, bis der Bus steht und erst dann zur Einstiegsstelle gehen.
Für Eltern, Autofahrerinnen und Autofahrer:
  • Allen, die im Umfeld von Schulen und Kindergärten unterwegs sind, muss klar sein: Weg vom Gas, Augen auf, um Fehler der Kinder noch ausgleichen zu können. Kinder reagieren spontan und ohne realistisches Gespür für Gefahren. Deshalb sind Kinder aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen.
  • Eltern, die Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder abholen: bitte auf zu Fuß gehende Kinder und auf die Geschwindigkeit achten!
  • Nicht direkt vor der Schule verkehrsbehindernd halten. Reversieren am schmalen Schulvorplatz gefährdet Kinder.
  • Bitte auch die Haltemöglichkeiten abseits der Schule nützen. Es dient neben der Gesundheit auch der Sicherheit, Kinder ein kurzes Stück zur Schule zu begleiten oder sie zu Fuß gehen zu lassen.
Initiative gegen KinderunfälleVISION ZERO 2020: Kinderunfälle sind vermeidbar!

Kein durch einen Unfall getötetes Kind mehr in Österreich - so lautet das ehrgeizige Ziel der im Jahr 2014 ins Leben gerufenen Initiative "Vision Zero 2020". Gemäß dem Motto "Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle!" sollen gezielte Informationen und spannende Aktionen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindert werden.

Foto: KFV/Martin Lusser

Bitte anmelden um Kommentare verfassen zu können.

JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 177 [option] => com_content [view] => article [catid] => 74 [id] => 3678 ) [inputs:protected] => Array ( [cookie] => JInputCookie Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( ) [inputs:protected] => Array ( ) ) [request] => JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 177 [option] => com_content [view] => article [catid] => 74 [id] => 3678 ) [inputs:protected] => Array ( ) ) ) )