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Wie gefährlich ist das Zika-Virus für Schwangere?

Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und wurde erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda isoliert. 2013 und 2014 wurde von größeren Ausbrüchen in Französisch-Polynesien im Pazifik berichtet, bevor im Jahr 2015 erste Zika-Virus-Infektionen in Brasilien und in der Folge vor allem in mehreren Ländern Süd- und Mittelamerikas registriert wurden.

Bisher wurden in insgesamt 27 Staaten und Territorien weltweit Infektionen gemeldet: Barbados, Bolivien, Brasilien, Ecuador, El Salvador, Fiji, Französisch Guyana, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Kap Verde, Kolumbien, Malediven, Martinique, Mexiko, Neu-Kaledonien, Panama, Paraguay, Puerto Rico, Saint Martin, Samoa, Solomon Islands, Surinam, Thailand und Venezuela. In Europa traten bisher nur importierte Fälle bei Reise-Rückkehrenden auf.

Übertragung

Das Zika-Virus wird über die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die in den Tropen und Subtropen beheimatet ist, übertragen. Es wird vermutet, dass auch die schon in Europa gefundene Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ein potenzieller Überträger ist. Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung spielt keine nennenswerte Rolle bei der Ausbreitung des Virus, von der Möglichkeit einer sexuellen Übertragung wird jedoch vereinzelt berichtet.

Symptome

Die Infektionskrankheit geht mit Fieber, Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut und Erbrechen einher. Die Akutsymptome treten drei bis zwölf Tage nach einem infektiösen Mückenstich auf und halten bis zu einer Woche an. Die Mehrheit der infizierten Menschen (bis zu 80%) zeigen jedoch keine Symptome.

Zika-Virus und Mikrozephalie bzw. Guillain–Barré-Syndrom

Die brasilianischen Behörden berichteten 2015 über einen starken Anstieg von Schädelmissbildungen bei Neugeborenen. Möglicherweise besteht diesbezüglich ein Zusammenhang mit einer durchgemachten Zika-Virus-Infektion während der Schwangerschaft. Der ursächliche Zusammenhang ist zwar noch nicht eindeutig bewiesen, da eine Vielzahl anderer Faktoren z.B. weitere Infektionskrankheiten oder chemische Substanzen verantwortlich sein können, scheint aber derzeit wahrscheinlich. Es wird auch ein Zusammenhang zwischen Zika-Virus-Infektionen und dem in den betroffenen Gebieten vermehrt aufgetretenem neurologischen Krankheitsbild eines Guillain–Barré-Syndroms (GBS) untersucht.

Diagnose

Das Zika-Virus kann bis zu drei Tagen nach Symptombeginn mittels RT-PCR im Blut nachgewiesen werden. Danach ist der Nachweis im Blut nur mittels Antikörpernachweis möglich. Möglicherweise ist das Virus auch im Urin bis zu zwei Wochen nach Symptombeginn nachweisbar. Auf Grund der Ähnlichkeit der klinischen Symptomatik mit Dengue- und Chikungunya-Fieber und der größtenteils gemeinsamen Verbreitungsgebiete, sollte parallel auch stets auf diese beiden Virusinfektionen getestet werden. In Österreich ist die Diagnostik an der Referenzzentrale für Arboviren an der Virologie der Medizinischen Universität Wien möglich.

Therapie

Es gibt derzeit weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Die Prävention beruht deshalb auf der Vermeidung von Mückenstichen.

Empfehlungen für Reisende in betroffene Gebiete
  • Informieren Sie sich vor Reiseantritt in Ländern, in denen das Zika-Virus lokal übertragen wird, über den aktuellen Stand der Infektionen mit dem Virus. Eine Liste der in den vergangenen neun Monaten betroffenen Gebiete ist auf der Website des Europäischen Zentrums für Seuchenprävention (ECDC) abrufbar: Countries with local Zika transmission (Stand: 19.1.2016).
  • Schützen Sie sich mit folgenden Maßnahmen in geschlossenen Räumen und im Freien vor Stechmücken den gesamten Tag lang, vor allem aber während der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind:
    • Verwenden Sie Insektenschutzmittel entsprechend den Anweisungen auf dem Etikett. DEET enthaltende Mittel werden bei Kleinkindern unter drei Monaten nicht empfohlen, Schwangeren wird aber nicht davon abgeraten.
    • Tragen Sie langärmlige Hemden und lange Hosen, vor allem zu der Tageszeit, in der Stechmücken am aktivsten sind.
    • Schlafen oder ruhen Sie in abgeschirmten oder klimatisierten Räumen bzw. unter einem Moskitonetz, auch tagsüber.
  • Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollten Sie Reisen in die aktuell betroffenen Länder und Gebiete momentan vermeiden oder aufschieben. Auf jeden Fall sollten Sie die Situation vor Reiseantritt mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abklären.
  • Wenn Sie an einer schweren chronischen Krankheit (z.B. Immunstörung) leiden oder mit Kleinkindern reisen, informieren Sie sich vor Reiseantritt, welche Insektenschutzmittel oder Vorsichtsmaßnahmen geeignet sind. Lassen Sie sich hierfür von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder von einer reisemedizinischen Einrichtung beraten.
Empfehlungen für Rückkehrende aus den betroffenen Gebieten
  • Reisende, die innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr aus einem betroffenen Gebiet Symptome entwickeln, die auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hindeuten, sollten eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen.
  • Schwangere, die in Gebieten unterwegs waren, in denen das Zika-Virus übertragen wird, sollten ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt darauf hinweisen, damit bei den Schwangerschaftsuntersuchungen auf eine mögliche Infektion geachtet werden soll.
Risikoeinschätzung für Österreich

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Reisende während eines Aufenthalts in betroffenen Ländern infizieren ist gegeben. Das Risiko einer Übertragung der Zika-Virus-Infektion in Europa ist aufgrund der derzeit kalten Jahreszeit extrem niedrig.

Stechmückenüberwachung in Österreich

Eine Stechmückenüberwachung wird im Auftrag des Gesundheitsministeriums seit 2011 von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) österreichweit durchgeführt. Dabei werden Stechmücken auf Viren wie z.B. West-Nil-Virus, Dengue, Chikungunya und auch Zika überwacht. Das Zika-Virus wurde bisher noch nie nachgewiesen, einzelne Nachweise der potenziellen Überträgermücke (Aedes albopictus) gab es im Jahr 2012.


Foto/Quelle: Fotolia/BM für Gesundheit

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