Wer braucht den lieben Gott? 11

„Lasset die Kinder zu mir kommen, denn ihrer ist das Reich Gottes,“ soll Jesus einst gesagt haben. Heute haben viele Kids – vor allem in der Pubertät
– wenig Lust, seinem Ruf zu folgen. Und ihre Eltern fragen sich oft ratlos, wie sie damit umgehen sollen.

Nein! Ich gehe heute nicht in die Kirche! Sicher nicht!“ Solche – oder ziemlich ähnliche Antworten – bekommen so ziemlich alle Eltern, die Wert darauf legen, dass ihr Nachwuchs an Sonntagen die Heilige Messe besucht, früher oder später zu hören. In der Regel ist es in der Pubertät soweit. Und dann stellen sich die betroffenen Mütter und Väter meistens die Frage: Sollen wir unsere Kinder zum Kirchgang ermutigen? Sollen wir sie gar zwingen, wenigstens hin und wieder an der Heiligen Messe teilzunehmen? Oder sollen wir sie frei entscheiden lassen?

„Kind Gottes“ durch Zwang – das funktioniert nicht

„Zwang ist in solchen Situationen auf keinen Fall angebracht,“ meint Andrea Mazagg, Bildungsreferentin der Katholischen Jungschar Österreich. „Die Kinder und Jugendlichen haben das Recht, nein zu sagen. Aber wenn die Eltern sie von Anfang an in die Kirche mitnehmen, und die Kinder die Gemeinschaft erleben, werden sie dort von selber gerne hingehen.“ Ihrer Meinung nach kann Religiosität Teenagern in der mitunter recht schwierigen und turbulenten Zeit der Pubertät Halt und Orientierung geben. „Allerdings ist das davon abhängig, welche Vorstellungen den Jugendlichen in ihrer Kindheit von Religiosität und Gott vermittelt wurden.“

Ab wann kann man sich für (k)eine Religion entscheiden?

Karl Linek ist nicht der Meinung, dass Eltern ihre Kinder mit in die Kirche nehmen sollten. „Man sollte überhaupt erst als junger Erwachsener oder Teenager mit einer Religion in Kontakt kommen,“ meint der Stellvertretende Vorsitzende des Freidenkerbundes Österreich. „Weil erst dann die Urteilsfähigkeit genügend ausgeprägt ist.“ Mit 14 Jahren ist man in Österreich „religionsmündig“ – das heißt, dass man zum Beispiel ohne Zustimmung der Eltern aus der Kirche austreten darf. Laut Linek sollte es vor dem 14. Geburtstag aber überhaupt nicht die Möglichkeit geben, einer Religionsgemeinschaft beizutreten. „Erst mit diesem Alter kann und soll man sich entscheiden. Eine eventuelle vorherige Mitgliedschaft, die die Eltern zum Beispiel schon durch die Taufe herbeiführen oder erzwingen, sollte gar nicht anerkannt werden. Das ist eine zu brisante und persönliche  Entscheidung, als dass man sie jemand anderem überlassen sollte.“

„Ich bin nicht der Meinung, dass man seine Kinder mit Religion konfrontieren sollte. Man sollte weder das Beten lehren, noch viel von Gott erzählen. Wenn die Fragen kommen, sollte man sagen: Es gibt keinen Gott, das ist nur eine Erfindung. Es sterben jeden Tag so viele Kinder – wie kann es da einen Gott geben?“ Dipl.-Ing Karl Linek, Stellvertretender Vorsitzende des Freidenkerbundes Österreich

„Während Kinder in Glaubensfragen meistens das annehmen, was man ihnen vermittelt, hinterfragen Jugendliche das Gottesbild, das sie in ihrer Kindheit aufgebaut haben. Es beschäftigen sie viele Fragen über Gott und die Welt. Sie hinterfragen Religion, Gott und die Kirche, und sind auf der Suche nach ihren eigenen Antworten. Mag. Andrea Mazagg, Bildungsreferentin der Katholischen Jungschar Österreich

 

Liebe Familien!

Vor einem knappen Jahr hat es eine große Auseinandersetzung um einen Artikel Kardinal Schönborns gegeben: In diesem stellte er philosophisch und theologisch dar, dass der Glaube an eine intelligente Planung des Weltalls sinnvoll ist: Wer sich mit den Zusammenhängen in der Natur auseinandersetzt,
müsse zur Erkenntnis kommen, dass es ein „intelligent design“ gibt. Demnach müsse man als seriöser Naturwissenschaftler den Glauben an Gott für
möglich halten. Die Reaktion der Naturwissenschaftler war, dass ein Theologe einem Naturwissenschaftler nichts zu sagen habe. Sie lesen gerade eine Zeitschrift, die beschreibt, wie schön es ist, ein Kind zu haben und einem Kind das Heranwachsen zu ermöglichen: Kinder sind doch etwas Wunderbares – jemand über den man oft ins Staunen gerät! Was denen alles einfällt, an Klug- und Dummheiten, an Hilfeleistungen und Streichen – wie können sie ihre Umgebung bezaubern und verändern. Viele von Ihnen haben sich Kinder zur eigenen Aufgabe gemacht: Sie wollen ihnen den Weg ins Leben erschließen. Was ist das für ein Leben? Eines ohne Hintergrund oder mit jemandem, der hinter  dem Leben steht, der Ihnen diese Aufgabe zugetraut und zugemutet hat? Ehrlich gesagt: Selbst wenn sich irgendwann einmal herausstellen sollte, dass kein intelligenter Schöpfer, kein Vatergott hinter unserem Leben steht, halte ich es für sinnvoll, daran zu glauben. Denn dieser Glaube verleiht der übernommenen Verantwortung besondere Kraft, meint Ihr Dechant Dr.  Bernhard Mucha Familienseelsorger der Diözese Wien

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